
Für mich steht Kanada immer noch für unberührte Natur. Das Land im Norden Amerikas ist ein Sehnsuchtsort. Doch immer, wenn ich daran denke, verliere ich mich in den unendlichen Weiten. Wo soll man hinfahren, was wäre der richtige Platz für drei Wochen Urlaub? Aus Sehnsucht wird Unentschlossenheit.
Dann gehe ich aus Unzufriedenheit hinaus vor die Tür und stehe mitten in meinem Kanada. Eine kleine Perle der Natur mit Mischwald und Kiefern eingebettet in einer sanften hügeligen Landschaft durchzogen mit vielen kleinen Seen. Ich atme tief ein und spüre wie die nach Laub und Wasser riechende, frische Luft in mich dringt. Entspannung setzt ein. Mein Blick schweift am gegenüberliegenden Ufer entlang, in der Hoffnung, ein Elch zu sehen.
Er tritt aus dem Dickicht und geht hinunter zum Wasser. Sein Atem ist deutlich zu sehen an diesen kalten Morgen. Er steuert die Flachwasserzone mit den Wasserrosen an. Seine Schaufeln sind noch nicht besonders groß. Ein junger Bulle.
Ich liebe diese Bilder, die mein Hirn sendet, wann immer mir danach ist. Natürlich steht dort kein Elch am Wasser. Doch das ist mir in dem Moment egal. Ich habe ihn schließlich gesehen. An meinem See in der Velpker Schweiz.